Druck Dein Ticket selber aus und bezahl dafür

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Aufreger, Recht

Es ist schon bemerkenswert, wie Unternehmen versuchen, ihre Kunden auszunehmen.

So wie ein Online-Tickethändler, der für das Versender der Karten stolze 29,90 Euro berechnet. Dagegen kam den meisten Kunden der elektronische Versand, um das Ticket am heimischen Drucker auszudrucken, geradezu wie ein Schnnäppchen vor: 2,50 Euro dafür, den eigenen Drucker zu bemühen.

Da spielte dann aber das Oberlandesgericht Bremen nicht mit. Die Richter kassierten gleich  zwei AGB-Klauseln des Online-Tickethändlers und verwarfen sie als unzulässig (Aktenzeichen 5 U 16/16).

Die Deutsche Anwaltshotline weist in einer Mitteilung auf den Fall und das Urteil hin. Demnach bot der Tickethändler seinen Kunden zwei Versandmöglichkeiten an. Zum einen konnte der sogenannte „Premiumversand“ für 29,90 Euro gewählt werden. Dieser enthielt laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) neben den Kosten für Postversand eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr, die nicht genauer spezifiziert wurde, obwohl angegeben war, dass bereits der Normalpreis der Tickets „MwSt, die Vorverkaufsgebühr und eine Buchungsgebühr von max. 2 €“ enthalte. Bei der zweiten Option, dem sogenannten „ticketdirect“, wurde dem Kunden gegen ein pauschales Service-Entgelt von 2,50 Euro ein Link zur Verfügung gestellt, der zum Ticket in pdf-Form führt. Dieses musste anschließend selbst ausgedruckt werden.

Das Oberlandesgericht Bremen erklärte nun beide Klauseln für unzulässig, da diese jeweils Preisnebenabreden darstellen. So regeln sie weder den Preis für die Hauptleistung, noch rechtfertigen sie ein Entgelt für eine tatsächlich vergütungsfähige Sonderleistung. „Durch die Option ‚ticketdirect‘ wälzt der Verkäufer Aufwand und Kosten einer Tätigkeit auf den Kunden ab, die ja eigentlich in seinem eigenen Interesse ist“, erklärt Rechtsanwältin Petra Nieweg von der Anwaltshotline.

Der Premiumversand verstößt wiederum gegen das Transparenzgebot, da für den Kunden nicht ersichtlich ist, worin die angegebene Zusatzleistung im Einzelnen besteht.