50 Prozent von 26.000 sind: 0

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Vielleicht erklärt mir mal jemand diese Rechnung.

Die EU-Kommission verfolgt wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) die Strategie der „Vision Zero“. Danach soll es auf Europas Straßen bis zum Jahr 2050 nahezu keine Verkehrstoten mehr geben. Bei derzeit rund 26.000 Verkehrstoten in der EU ist also noch viel zu tun (Stand: 2015). Große Hoffnungen werden in Fahrerassistenzsysteme (FAS) gesetzt, deren Potenzial zur Vermeidung von Verkehrsunfällen bereits in zahlreichen Studien belegt wurde: Fast 50 Prozent der Unfälle ließen sich nach Aussagen der Experten ganz vermeiden oder zumindest in ihrer Schwere reduzieren, wenn alle Fahrzeuge mit entsprechenden Systemen ausgestattet wären. Pressemeldung von bester-beifahrer.de

Ich weiß, Vision Zero ist natürlich ein plakativer Begriff. Wenn man das wörtlich nähme, müsste man den Menschen ja verbieten, vor die Tür zu gehen oder mit dem Velo zur Arbeit zu fahren. Denn auch ohne böse Autos gibt es tödliche Unfälle.

Aber zwischen null Unfalltoten und 13.000, was nach meiner Rechnung die Hälfte von derzeit 26.000 in ganz Europa ist, da klafft rein rechnerisch eine ziemliche Lücke.

Nicht falsch verstehen: Fahrerassistenzsysteme sind eine tolle Sache. Sie setzen sich zusehends durch, vor allem Notbremssysteme werden in den Benelux-Ländern oder Deutschland inzwischen in wachsenden Stückzahlen verbaut (Anteil in Neuwagen zwischen 25 und 32 Prozent). Wichtig wäre es, wenn sich auch in Lastwagen Notbremsassistenten, Spurhalte- und Totwinkelassistenten schneller durchsetzen würden.

Und natürlich gilt es, die mehr östlich gelegenen EU-Mitgliedsländer bei Infrastruktur und Fahrzeugbestand   (und vielleicht auch bei der Durchsetzung von Verkehrsregeln) auf den westeuropäischen Stand zu bringen. Denn die Verkehrsunfallstatistik spricht da eine deutliche Sprache.

Laut Bericht der EU-Kommission zur Straßenverkehrssicherheit kamen 2015 rund 26.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Der Durchschnitt in den EU-Mitgliedsländern beträgt damit 51,5 Tote pro eine Million Einwohner und ist damit ähnlich hoch wie in den vergangenen Jahren.2 Deutschland liegt mit 43 Verkehrstoten pro Million unter dem Durchschnitt, Länder wie Bulgarien und Rumänien mit jeweils über 90 Toten pro Million weit darüber.

Wem es auffällt: Deutschland liegt da recht gut, noch nicht berücksichtigt ist das Jahr 2016 mit einem Rekordtief an Unfalltoten. Und das, obwohl man auf der Autobahn schneller als 120 fahren darf.

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